Infos zu Speckstein/Steatit
Speckstein ist eine Mischung aus Talk und meist Serpentin,
ein metamorphes, ursprünglich basisches Gestein.
Herkunft und Entstehung:
Im Laufe der Bildung einer Gebirgskette stossen zwei
lithosphärische (Lithosphäre = Erdrinde, die bis in 120
km Tiefe reichende Gesteinshülle der Erde) Massen
aufeinander. Dabei werden Teile vom Tiefengestein in der
Erdkruste transportiert. Aufgrund der Berührung mit
Graniten und mit CO2 und H2O
angereicherten Gasen verwandeln sie sich teilweise in
Speckstein.
Eigenschaften:
Speckstein ist eine dichte Abart des weichsten Gesteins,
des Talks. Dieser hat die Härte 1, Speckstein die Härte
1,5 - 2 auf der Mohs`schen Härteskala der Mineralien.
Beide sind mit dem Fingernagel ritzbar. Der chinesische
Speckstein ist etwas härter (H: 2-3). (Diamant = H: 10).
Speckstein ist fettig, seifig anzufühlen. Seine Farbe
variiert zwischen weisslich, grünlich, rötlich,
gelblich, gräulich etc. Je nach Fundort weist er Asbest-,
Chlorit- und/oder Glimmeranteile auf.
Verwendung:
Speckstein wurde und wird sehr vielseitig verwendet: zum
Zeichnen auf Stoffen (Schneiderkreide), zum Polieren von
Serpentin, Marmor, Glas- und Metallspiegeln, als Schmier-
und Dichtungsmittel, ferner auch für Schminke. Wegen
seiner Feuer- und Säurebeständigkeit wird er zur
Herstellung von Schmelztigeln, säurefesten Gefässen,
Kochtöpfen, Glasbrennern und als Ofenbaumaterial usw.
gebraucht. Bei den Eskimos sorgen aus Speckstein
hergestellte Tranlampen für Helligkeit und Wärme.
Von jeher hat der weiche, seifige Speckstein den Menschen
fasziniert. Das beweisen bis 5000 Jahre alte Funde, die
rund um die Welt gemacht wurden. Kultische und
künstlerische Gegenstände wie Schmuck, Grabbeilagen,
Figuren, Gebrauchsgegenstände wie Rollsiegel,
Schminkgefässe, Gussformen, Oellampen, Becher, Pfannen,
Oefen wurden geschaffen.
Bei uns in der Schweiz hat Speckstein als gestalterisches
Material weniger Tradition. Wir finden kunsthandwerklich
verzierte Gebrauchsgegenstände, oder kirchlichen Schmuck
in den Gegenden wo das Material heimisch ist.
In unserer technisierten Welt herrscht das berechenbare,
formalistische Denken vor. Als Gegenpol suchen wir
Freiräume, die in uns das Gestaltende und Schöpfende
anregen. Da lassen wir uns ein auf spielerisches
Entdecken unserer inneren Welt,- weg von Vorgefertigtem
und Massenware. Auf der Suche nach einem geeignetem
Arbeitsmaterial stösst man unwillkürlich auf Speckstein.
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